- - - 5. Januar 2018 - - -

Man muss die Zukunft des Patriarchats kennen, um seinen Ursprung zu verstehen

Wir haben uns an so vieles gewöhnt, dass wir es für die Natur des Menschen halten. Den Krieg, die Grausamkeit gegen Tiere. Die Gleichgültigkeit gegenüber der Natur. Die Verachtung der Frauen. Die ungehemmte Vermehrung der Menschheit. Die Lieblosigkeit allem und allen gegenüber. Die Erzeugung von Not zur Bereicherung von einigen Wenigen. Aber auch in kleineren Zusammenhängen sind wir an Dinge gewöhnt, die wir für natürlich, also zur Natur des Menschen gehörig betrachten. Das Leben als

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- - - 4. Januar 2018 - - -

Lektionen

 

Wenn uns das Leben Lektionen erteilt, sind wir meist nicht so wirklich froh darüber. Wieso eigentlich? Es gibt da diesen Lieblingsspruch von mir, der nur auf Englisch seine Wirkung entfaltet: Never stop learning, because life never stops teaching. Da sind nicht wirklich Weiterbildungskurse gemeint. Dass diese

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- - - 2. Januar 2018 - - -

Was sollen wir sagen? Danke, Herr Hitler? – wem wir unsere ungerechten Steuerklassen zu verdanken haben und warum

 

Fotograf: Germin
Aufnahmedatum: 1940
Aufnahmeort: Hamburg
Systematik:
Geschichte / Deutschland / 20. Jh. / NS-Zeit / Propaganda / Mutterkreuz

Zurzeit beginnt die neue österreichische Regierung hier ganz bei uns in der Nähe zu tagen. Nicht irgendeine Regierung, sondern erstmalig in Europa hat ein Land eine Regierung, in der Menschen mit – sagen wir mal – rechtsradikalen und rechtsextremen Neigungen ganz wesentliche Regierungsämter besetzen. Ein guter Zeitpunkt, um einmal anzuschauen, womit wir uns seit 70 Jahren herumschlagen und warum. Unser Steuersystem, das nicht aus Zufall dem deutschen gleicht, bevorzugt die sogenannte Familie, worunter Vater, Mutter, Kinder verstanden wird. Alleinerziehende Frauen sind höchstens Familien zweiter Klasse, wenn überhaupt. Steuerlich sind sie auf jeden Fall Menschen zweiter Klasse. Gern weisen konservative Kreise darauf hin, dass die Ehe gottgefällig und deshalb eben christlich sei. Ist sie aber nicht. So, wie wir sie kennen und wie sie von der Politik etabliert wird, ist sie pures Nazitum. Wir haben diese Ungerechtigkeit, welche die Einteilung in Steuerklassen darstellt, die Frauen, insbesondere alleinerziehende Frauen finanziell benachteiligt, Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus zu verdanken. In Deutschland führte der Führer dieses System der Steuerklassen 1934 ein. In Österreich galt es (und gilt es seither noch) seit dem Anschluss 1938. Ziel dieser Steuerpolitik, die Verheiratete mit Kindern steuerlich stark entlastet und die Hauptlast den Alleinstehenden, ob mit oder ohne Kinder auf die Schultern legt, war eben genau die nazistische Sozialpolitik, die Frauen zurück an den Herd bringen wollte. Das ist ja dann auch so gut gelungen, dass wir bis auf den heutigen Tag mit dieser Demagogie leben müssen, dass jede Frau davon träumt, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Dass sie sich damit zufriedengibt, in Teilzeit „dazu zu verdienen“ (Adolf schau herunter, du hast ganze Arbeit geleistet, du Monster) und später dann ungebremst in die Altersarmut gerät. Es wäre hoch an der Zeit, dass wir dagegen mal etwas unternehmen!

- - - 19. Dezember 2017 - - -

Als die Tiere sprechen konnten

 

Alle Jahre wieder. Die Weihnachtsgeschichte vom Schlangenberg. Seit vielen Jahren schicke ich sie zu Weihnachten herum. Viel Spaß beim Lesen!

Als die Tiere sprechen konnten
Eine Weihnachtsgeschichte von Angelika Aliti

„Erzähl uns eine Geschichte“ sagte Sully der Hund. „Mir ist so langweilig.“
„Also gut“ sagte ich. In zwei Tagen ist Weihnachten. Ich werde euch eine Weihnachtsgeschichte erzählen.“
„Was ist Weihnachten?“ fragte Liesi, meine dienstälteste Ziege.
„Setz dich zu Lilly und Emma, dann werde ich es dir erzählen“ sagte ich. Lilly und Emma rückten ein wenig zur Seite, so dass Liesi auch noch Platz hatte. Bruno und Cyriak murrten ein wenig, aber natürlich konnten sie nichts machen, was Lilly nicht wollte. Sie war die Chefin der vier Schafe.
„Wir möchten auch die Geschichte hören“ sagte Bauxi, der alte Ziegenbock. „Ich auch“ wisperte Alexander, sein Sohn, der sehr sensibel und äußerst schüchtern war.
„Aber ja doch“ erwiderte ich. „Und Viktoria mit ihren beiden Söhnen Jakob und Hänsel sollen sich auch setzen.“
„Weihnachten“ wiederholte Sully hechelnd. „Was ist Weihnachten?“. Er kaute auf seiner grünen Gummi-Riesenerbse herum.
„Ja also das Wort hat etwas damit zu tun, dass in einer ganz bestimmten Nacht etwas geweiht wird“ erklärte ich.
Nun kamen noch die Katzen Lydia, Mimi und Max angelaufen und kuschelten sich an mich, obwohl Tipsy knurrte. Sie ist eine etwas eigenartige Hündin, eine sehr königliche Erscheinung, die anderen nur ungern Platz macht. Ihr mahnender Blick fiel auf die beiden Nachzügler, die Hunde Chrisso und Jack, die sich zu Veda legten.
„Kann ich nun endlich beginnen? fragte ich ein wenig entnervt. „Wir warten“ sagte Sully und legte nun seine Pfote auf die Gummiriesenerbse.
„Es wird ein neugeborenes Kind geweiht in dieser Nacht. Manche nennen es Jesus. Andere das Christkind. In den alten Zeiten war es der neugeborene König des kommenden Jahres. Auf jeden Fall müssen wir das als ein Symbol verstehen.“
„Müssen wir das verstehen?“ fragte Liesi.
„Ich finde, ihr könntet euch ruhig ein wenig Mühe geben, um es zu verstehen“ erwiderte ich. „Wir Menschen versuchen ja auch, euch zu verstehen“.
„Moment mal“ sagte Liesi. „Einige wenige Menschen. Die meisten sind nur daran interessiert, uns zu benutzen, uns zu fressen, unsere Milch zu trinken. Wir sollen für sie arbeiten. Ich könnte dir da Geschichten erzählen, da würde dir ganz schlecht werden.“
„Das stimmt, Liesi, aber in dieser einen Nacht, da hattet ihr mal eine wichtige Aufgabe und habt selbst an dieser Sache teilgenommen.“
„Echt?“ staunte Klein-Emma.
„Ist schon lange her, Schatz“ sagte ich.
„Ja, und die Leute sagen, an Weihnachten können alle Tiere sprechen“.
„Und was ist das, was wir jetzt tun? fragte Tipsy. „Rülpsen?“
„Die meisten Menschen wissen nicht, dass ihr immer sprechen könnt. Also, dieses Gerücht, dass ihr am Weihnachtsabend alle die Menschensprache sprechen könnt, bedeutet eher, dass sie mit euch das ganze Jahr über nicht sprechen können.“
„Wem sagst du das?“ bähte Lilly und zog Emma liebevoll ein Heuhälmchen aus der Wolle. Emma rückte ein wenig näher zu mir und hing an meinen Lippen. Ich fuhr also fort.
„Ja, jedenfalls soll es vor langer Zeit mal eine Frau gegeben haben, die später die Verkörperung der Großen Mutter wurde, also, sie war schwanger und mit ihrem Mann unterwegs, als die Wehen kamen.“
„Ich erinnere mich, als ich Jakob und Hänsel bekommen habe“ sagte Ziege Viktoria. „Es war Februar und frostig, weißt du noch? Plötzlich setzten die Wehen ein. Ich hatte keine Ahnung was das war und warf mich einfach auf den Boden und schrie.“
„Ungefähr so war es damals bei mir auch, nur ohne Frost. Genau genommen machen die meisten Menschenfrauen keine bessere Figur, wenn es losgeht“ sagte ich. „Und diese Maria nun spürte, dass es bald losgeht und sie fand keine Unterkunft.“
„Warum hat sie das Kind nicht da bekommen, wo sie war? Warum hat sie sich nicht auf den Boden geworfen? Ich sage dir, der frostkalte Boden damals, den habe ich gar nicht gespürt. In solchen Augenblicken sind andere Dinge wichtig“ beharrte Viktoria. Sie war eine zimtfarbene Ziege und nicht nur deshalb eine Zimtzicke.
„Äh ja, das weiß ich nun nicht so genau. Es hat wohl etwas damit zu tun, dass wir Menschen so gern in Häusern sind, wenn es drauf ankommt.“
„Blöde Angewohnheit“ maulte Schaf Bruno. „Wir müssen im Winter auch dauernd im Stall sein. Dabei habe ich so eine dichte Wolle. Hier fühl mal. Fühl auch mal wie stark ich bin. Du, ich kann dich ganz leicht umschubsen. Soll ich mal? Hier fühl mal meine Kraft. Ich bin hier der Stärkste von allen, viel stärker als Bauxi.“
„Ja Bruno“ sagte ich. „Maria hätte dich vielleicht richtig gut gebrauchen können damals. Aber sie hatte keinen Bruno und es sollte ihr Kleiner kommen. Die Zeit wurde knapp.“
„Und das ausgerechnet an Weihnachten“ sagte Alexander.
„Ja“ sagte Katze Mimi und betrachtete ihre Krallen. „Blöder Geburtstag. Auf Extra-Geschenke konnte der Kleine nicht hoffen, schätze ich. Weihnachtsgeschenke und Geburtstagsgeschenke, das ist zuviel.“
„Damals hieß es doch noch gar nicht Weihnachten“ sagte ich.
„Was?“ sagte Sully und ließ die Riesenerbse fallen.
„Egal“ sagte ich. „ Ich will euch jetzt nicht verwirren. Bleiben wir bei dem, was Alexander gesagt hat: Ausgerechnet an Weihnachten.“
„Also doch“ sagte Sully.
„Ja, also da war dann dieser Stall, wo alle Tiere dabei waren, gemütlich Weihnachten zu feiern, als Maria mit ihrem Mann, ihrem Esel und ihrem Kleinen im Bauch reinschneite.“
„Sie hatte zwei Männer?“ fragte Katze Lydia.
„Wieso, nein, nur einen, der hieß Josef“ sagte ich.
„Du sagtest aber grade mit ihrem Mann und ihrem Esel“ sagte Lydia.
„Sehr witzig“ sagte ich.
Wisst ihr, wie sich das anhört, wenn Katzen kichern? Ich gab Lydia einen Schubs und fuhr mit der Geschichte fort. Es waren nur noch zwei Tage bis Weihnachten, und wenn ich in dem Tempo weitererzählte, wäre ich wahrscheinlich erst Silvester zu ende.
„Die beiden Menschen und der Esel fragten, ob sie übernachten könnten und die Tiere hatten nichts dagegen“
„Was waren da für Tiere?“ fragte Schaf Cyriak.
„Esel hab ich ja schon erwähnt. Dann waren da noch Schafe und Ziegen und ein Ochse (ich gab Lydia einen warnenden Schubs).“
„Schafe“ wiederholte Cyriak ganz andächtig.
„Und Ziegen“ sagte Liesi und gab Cyriak einen Kuss. Es mag euch merkwürdig vorkommen, aber Cyriak und Liesi waren ein Liebespaar, obwohl er Schaf und sie Ziege ist.
„Keine Hunde?“ fragte Chrisso.
„Doch, mein Goldener. Jede Menge Hunde.“
„An der Kette?“ fragte er nach. Jack biss ihn in den Nacken. „Ketten gibt es gar nicht mehr“ rief er.
„Alle ohne Kette, Chrisso“ sagte ich. „Alle Hunde waren frei. Sie saßen alle um Marias Füße herum und beschützten sie.“
„Schön“ sagte er. „Früher, als ich noch an der Kette hing, habe ich immer davon geträumt, dass alle Hunde frei sein werden.“
Veda strich ihm über den Kopf und drückte den kleinen Kerl an sich. Er schloss die Augen, und ich schwöre euch, er lächelte.
„In meiner Geschichte war es übrigens genau umgekehrt wie damals bei dir Viktoria. Bei dir war ich es ja, die als Hebamme fungierte. Bei Maria war es eine Ziege, die schon viele Male geboren hatte. Sie legte sich auf die Seite, so dass Maria ihre Beine auf ihrem Rücken abstützen konnte, als die Presswehen kamen. Da ging alles viel leichter.“
„Ziegen sind ja immer so praktisch“ sagte Ziege Mietzker. Sie hatte selber nie Kinder bekommen, aber sie hatte die Kinder von Liesi und Viktoria aufgezogen. Die ideale Tante.
„Ja und als das Kind da war, da standen alle Tiere um den kleinen Matz herum und schauten ihn an.“
„Was denn sonst“ murmelte Hündin Tipsy. „Haben wir nicht Augen im Kopf? Sollen wir also nicht schauen?“
„Hat denn nur die eine Ziege was gemacht?“ bähte Emma.
„Was meinst du?“ fragte ich nach.
„Naja die Schafe, haben die denn gar nicht geholfen?“
„Ohja“ erwiderte ich. „Die Schafe haben auch kräftig mitgeholfen. Sie haben, äh, was war das noch mal? Ach so, ja, also sie haben den Kleinen gewärmt.“
Klein-Emma drückte sich zufrieden an Lilly.
„Ja“ legte ich noch nach. „Da war vor allem ein ziemlich junges Schaf. Es sah eh beinahe so aus wie du, Emma, das hatte noch eine ganz feine Wolle. Und darum hat Maria den Kleinen zu diesem Schaf gelegt, damit es nicht so kratzig für seine zarte Haut war.“
Emma strahlte.
„Und ein paar Tage später kam noch Besuch“ fuhr ich fort.
„Ich weiß schon“ flüsterte Alexander. „ die Leute gingen dann herum und besichtigten alles“.
„Ja“, schrie Hänsel und lachte. „Und dann haben sie gesagt: das sind aber große Ziegen. Ist das die Rasse oder wie kommt das?“
„Aber ganz sicher hat das der Besuch von dem Weihnachtskind nicht gesagt“ erwiderte ich. „Wie kommst du denn darauf?“
„Weil das immer alle gesagt haben, die früher hier bei uns zu Besuch waren. Und am Anfang hast du immer noch freundlich geantwortet. Und später hast du sie dann angemotzt.“
„Hey, hey“ bremste ich. „Hab ich ja gar nicht. Hab ich das?“
„Jaaaaaaa“ schrien alle Ziegen.
„Bäääh“ sagte Bruno.
„Ruhe, die Geschichte geht weiter“ sagte ich. „Es waren die drei weisen Frauen aus dem Morgenland.“
„Wo ist denn das Morgenland?“ wollte Viktoria wissen.
„Das erzähle ich euch morgen“ sagte ich. „Jedenfalls kamen die drei weisen Frauen an und brachten Geschenke für den Kleinen mit. Pampers und Fläschchen. Fencheltee und eine warme Jacke. Mit einer Kapuze, wo Hasenohren dran waren. Richtig niedlich. Und dann noch ein paar Sachen für Maria, neue Kleider, was Frisches zum Anziehen. Dann haben sie den Stall ordentlich durchgeputzt. Für die Tiere gab es was Schönes zu essen und für die Menschen auch.“
„Schön“ sagte Cyriak ganz träumerisch.
„Ich glaube, Jack muss mal“ sagte Veda.
„Na dann, schöne Weihnachten“ sagte ich.
„Schöne Weihnachten“ sagten Max, Mimi, Lydia, Sully, Tipsy, Jack, Chrisso, Liesi, Alexander, Bauxi, Mietzker, Viktoria, Jakob, Hänsel, Bruno, Cyriak, Lilly, Emma – und Anatol Annamirl und Anastasia, die zwar nur stachelige Wintergäste sind, aber das zählt auch.