- - - 29. August 2017 - - -

Was lachen und jubeln die denn da?

Ich sitze in der oberen Etage der Blauen Villa an meinem Schreibtisch und will etwas arbeiten. Von unten, wo sechs körperlich und/oder geistig beeinträchtigte Kids ihr Sozialtraining haben, brandet ständig lautes Lachen und Jubeln herauf. Na, das scheint ja eine besonders lustige Sache zu sein. Mich macht es so froh. Gestern, am ersten Tag, war die ganze Bande irgendwann spazieren und dann haben sie das getan, was jedes Kind im frühen Herbst bei uns einmal macht: sie haben Kukuruz gefladert! (für die deutschen Leserinnen: sie haben Mais geklaut). Das gehört einfach zu einem Kinderleben dazu. Kukuruz oder Woaz wie manche sagen und den ersten Kürbis muss man fladern. Genau so wie früher im Sommer die ersten Kirschen und Marillen (Aprikosen). Für unsere Kids war das gestern ein großes Abenteuer. Später lag die Beute dann in Gestalt eines Maiskolbens in der Mitte des großen Tisches und alle saßen drumherum und freuten sich wie narrisch. Schade, dass die erste Woche so schnell vorübergeht. Nur zu gern hätten wir mit ihnen später im Jahr im Garten Maroni über dem offenen Feuer gebraten. Aber wer weiß, vielleicht können wir auch im September und Oktober eine weitere Woche gestalten. Ob sie Freunde fürs Leben werden? Wer weiß. Die ersten Schritte in diese Richtung sind getan.  Es ist gar nicht so einfach, Beziehungen zu knüpfen, sie zu halten und zu pflegen. Gemeinsamkeiten entdecken. Zusammenzuhalten. Nicht einmal für uns, die wir nicht noch zusätzlich mit Behinderungen zu kämpfen haben. Für unsere Kids ist es ebenso wichtig wie beglückend. Gerade eben sind sie heimgekommen. Mit einem dicken fetten Kürbis. Der ist richtig schwer. Rollifahrer Jakob hat ihn auf seinen Knien und fest umklammert heimgeschafft. Jetzt ist er stolz wie Oskar. Aber nun ist Zeit für das Mittagessen. Ich schreibe weiter. Lesestoff-Abo wartet.

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