- - - 18. September 2019 - - -

Das Kassandra-Projekt – was ist eigentlich daraus geworden?

Schnell beantwortet: Es lag auf Eis. Durch meine Erkrankung 2018 musste ich von vielen meiner Aktivitäten Abschied nehmen. Vor allem von denen, die mir emotionalen Stress bescherten. Das Kassandra-Projekt gehörte auch dazu.

Was war das Kassandra-Projekt?

Es waren Seminare, die in Griechenland stattfanden. Grundlage war Christa Wolfs Literatur. „Medea“ und „Kassandra“. Noch eine Schicht tiefer ging es bei dieser geistigen Archäologie um die weltenverändernde Zeit in Griechenland, als die matrifokal organisierte Welt durch die Invasion der Luwier und eine Reihe großer Naturkatastrophen (nein, nicht der Vulkanausbruch von Santorin!) zusammenbrach und unterging. Die Luwier, auch Philister genannt, zogen weiter nach Kanaan und kehrten etwa hundert Jahre später zurück, um noch einmal Tod und Verderben über das Land zu bringen. Viele berühmte Frauennamen sind mit diesen Ereignissen verbunden: Kassandra, Klytämnestra, Elektra, Ariadne, Penthesilea und Medea. Wir wandelten auf ihren Spuren und horchten auf ihre Stimmen aus den lang vergangenen Zeiten. Damals, im 12. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung begann, was heute im möglichen Untergang der Menschheit und der Klimakatastrophe endet.

Ich war immer der Ansicht, dass wir die Zukunft nur dann gestalten können, wenn wir verstanden haben, wie alles angefangen hat. Denn bereits im Anfang ist alles enthalten, was sich dann mit der Zeit entfaltet. Am Ende muss es sich in einer Prämisse zusammenfassen lassen. In unserem, der Menschheit Fall, kann man sagen, dass wir seit den gewaltsamen Umstürzen jener Zeit in einem dysfunktionalen System leben, das uns unglücklich machen muss, was wir mit tausenderlei Weltverbesserungsversuchen wieder zum Besseren wenden wollen, ohne zu bemerken, dass eben das gesamte System dysfunktional ist. Alle Religionen, alle politischen Systeme, ob Christentum oder Islam, ob Sozialismus, ja sogar Feminismus sind als solche verzweifelten Weltverbesserungsversuche anzusehen, die natürlich allesamt scheitern mussten und auch weiterhin scheitern müssen. Denn es ist das System der Männerdominanz und der Erbfolge nach der männlichen Linie, welches uns alles eingebrockt hat. Macht in Männerhand ist das Schlimmste, was der Menschheit und dem gesamten Planeten mit allem Leben, das darauf ist, passieren konnte. Dass diese einfache Wahrheit von beinahe niemandem ausgesprochen wird, zeigt, wie gut in den Köpfen, den Gedanken und Wahrnehmungen dieses System abgesichert ist. Die dafür sorgen, dass es abgesichert und unantastbar bleibt, sind Frauen. Denn Männer gestalten, Frauen erhalten. Und das nicht ohne Grund. Die alten Geschichten aus dem dunklen Jahrhundert griechischer Mythologie zeigen, wie sich Männer die Macht sichern konnten. Indem sie die Frauen unterwarfen und seither kontrollieren. Denn wer die Frauen kontrolliert, hat die Macht über die Welt.

Das Kassandra-Projekt kehrt nun wieder zurück. Zurück in mein Bewusstsein. Zurück in die reale Welt, um als Projekt realisiert und umgesetzt zu werden.

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