- - - 17. Oktober 2018 - - -

Die Nudel im Heuhaufen finden

 

Sprache, Sprachsicherheit, Eloquenz, sich ausdrücken können, mehr noch: schreiben können – eine Kunst? Ich meine ja. Es braucht wie bei allen Künsten Talent als Voraussetzung und dann Schulung, Ausbildung und praktische Erfahrung, um das ebenso nötige Handwerk – in diesem Falle wohl eher Mundwerk zu beherrschen. Und dann braucht es eben noch dieses gewisse Etwas. Wir könnten es Kreativität nennen. Mit dessen Hilfe das Zaubern, das Entstehen von geistigen Räumen und imaginären Bildern, von Gefühlen und Stimmungen entsteht. Jemanden zu finden, die oder der das kann, ist, als wollte man eine Nudel im Heuhaufen finden. Stattdessen haben wir Verhältnisse, die das Schreiben immer mehr zur billigen Gebrauchsware verkommen lassen. Nichts gegen Selfpublisher, auch unter diesem Heuhaufen findet sich so manche Nudel. Aber ganz im Gegenteil finden wir so dumm und Gomorrha. Dass die Branche schön langsam untergeht liegt daran, dass sich alle an der billigen Kost überfressen haben. Vielleicht klingt es jetzt ein wenig selbstsüchtig, wenn eine Autorin fordert, dass wir die Autorinnen und Autoren mehr ehren sollten. Dass wir den Korb (oder das Nudelsieb)  höher hängen sollten, auf dass mehr Menschen darum ringen und daran arbeiten, diesen zu begehren und auf diesem Wege eine solche Zauberin zu werden. Aber wenn es sonst niemand tut, tu es halt ich.

 

3 Gedanken zu „Die Nudel im Heuhaufen finden“

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