- - - 3. Januar 2017 - - -

Heiter weiter

Ich hoffe, ihr hattet alle eine gute Zeit während der Feiertage. Bei uns war es wunderbar. Ruhig, unspektakulär, bescheiden. Mit der Hoffnung, dass es zu schaffen ist, diese elende Knallerei an Silvester abzuschaffen, starte ich ins neue Jahr. Es drehen ja schon wieder viele an der Aufgeregtheitsschraube. Im vergangenen Jahr waren es die Gewalttätigkeiten gegenüber Frauen in Köln. Heuer ist es das öffentlich gemachte Profiling der Polizei, die gemeinerweise in Gruppen und ohne weibliche Begleitung auftretende und nordafrikanisch aussehende Männer aus der Menge fischte und nicht etwa ältere chinesische Touristen oder Frauen mit kleinen Kindern. Die Weltfremdheit mancher Menschen erschüttert mich immer noch. Das ist ein klassisches double-bind, in das der Pöbel die Polizei zu schicken versucht. Gut, die wird es überstehen, das soll unsere geringste Sorge sein. Aber diese allgemeine lauernde Hysterie, diese Bereitschaft, sich lauthals sofort über dieses oder jenes aufzuregen, zu glauben, alles und jedes anklagend und missbilligend kommentieren zu müssen. Wir haben da einen Moloch geweckt. Geister gerufen, die wir jetzt nicht mehr loswerden. Und trotzdem ist es ratsam, heiter weiter in der Zeit voranzuschreiten. Traditionell erscheint mir in der ersten Woche des neuen Jahres das kommende Jahr als viel zu kurz. Ich bekomme kleine Panikanfälle, wenn ich daran denke, was ich alles vorhabe in diesem neuen Jahr und sehe mich schon ziemlich bald wieder Weihnachtseinkäufe machen, weil die Zeit so schnell vergangen ist. Nächste Woche ist es dann bereits wieder besser. Dann habe ich meinen Rhythmus wiedergefunden. Lassen wir es ruhig angehen. Es ist Steinbockzeit. Schritt für Schritt. Heiter weiter.

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