- - - 13. März 2020 - - -

Informationen für Seminarteilnehmerinnen und Freundinnen der Blauen Villa

Ich bemerke, wie unterschiedlich in unseren Ländern Österreich, Schweiz und Deutschland mit der Pandemie umgegangen wird. Mir scheint, dass Deutschland da auf eine Weise noch locker ist, dass ich es kaum glauben kann. Die Beschwichtiger sind noch gut hör- und sichtbar. Bei uns sind die schon sehr leise geworden. Schaut nach Italien, wenn ihr wissen wollt, was uns blüht, wenn wir das nicht ernstnehmen.

Hier in unserer unmittelbaren Umgebung ist das Virus nun angekommen. Zwei Schulen gesperrt, auch ein Kindergarten. Ebenso ein Landeskrankenhaus. Zu, Läden herunter, Stecker raus. Eine Sperrung ist etwas anderes als wenn Schulen einfach so geschlossen werden. Die Behinderteneinrichtungen, in denen unsere Ergotherapeutinnen ja auch arbeiten, lassen uns nicht mehr hinein. Wir haben jetzt beschlossen, die Praxis zu schließen. Zunächst einmal bis 20. März. Wenn nötig auch länger. Das ist für uns ein finanzielles Desaster, aber damit stehen wir ja nicht allein. Wir werden es am Ende schon stemmen. Die Gesundheit geht vor.

Ich bitte euch zu bedenken, dass es um zwei Dinge geht. Erstens darum, den Zeitraum, in dem sich die Zahl der Erkrankten verdoppelt, so weit wie nur irgend möglich zu verlängern. Ein hoher Prozentsatz der Erkrankten (20 %) erkrankt schwer und muss ins Krankenhaus. Von denen erkranken wiederum 20 % so schwer, dass sie ein Bett auf einer Intensivstation benötigen. Die Anzahl der Intensivbetten ist jedoch überall begrenzt, zumal es ja noch andere Patienten gibt, die schon die Intensivbetten belegen. Je weniger Menschen auf einmal ein Intensivbett brauchen, umso sicherer ist die Versorgung.

Der zweite Grund ist, dass wir die besonders Gefährdeten, nämlich die Alten und die Menschen mit Vorerkrankungen (wozu auch schon Bluthochdruck zählt!!) schützen müssen. Dazu gehöre im Übrigen auch ich, aber auch so manche andere Person, die jünger ist. Ebenso besonders gefährdet sind Raucherinnen!! Das wird interessanterweise von den Medien praktisch nirgendwo erwähnt. Umso lauter sollten wir die Raucherinnen warnen und sie auffordern, sich zu schützen.

Ich gehe schon seit Montag nicht mehr aus dem Haus. Welche kann, sollte das auch tun. Und wenn die eine oder andere Leserin Angst hat, so ist das völlig in Ordnung, finde ich. Angst ist ein wichtiges Warnsystem, das uns vor Leichtsinn und Dummheit bewahrt. Nur auffressen lassen soll man sich nicht davon. Wir lernen jetzt wieder, wie Zusammenhalten geht. Das ist eine große Aufgabe. Gemmas an!

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