- - - 1. August 2020 - - -

Neues vom Zirkus Aliti

Unter dem kühlen Dach der Weinlaube ist es nicht wirklich schwierig zur sommerlichen Leichtigkeit zurückzufinden. Gartenarbeiten habe ich auf die Zeit im August verschoben, wenn es zwar noch Sommer ist, aber das Wetter uns bereits eine kleine Botschaft hat zukommen lassen, dass es mit der brüllenden Hitze vorbei ist. Es gibt da immer so den einen Tag, an dem ein Gewitter so ganz anders als die bisherigen ist und auf einmal hat man am Morgen den Eindruck, dass der Einfallswinkel der Sonne sich verändert hat und Holzrauch liegt in der Luft. Der Sommer geht danach noch ein paar Wochen unverändert weiter, aber trotzdem – etwas ist anders.

Gartenarbeit also bis nach diesem Ereignis.

Ich habe lange nichts mehr erzählt vom Zirkus Aliti. Eigentlich ein gutes Zeichen. Tierbesitzerinnen wissen, was ich meine. Aber, ganz so ist doch nicht alles gut. Unsere kleine Sunny ist seit einem Monat verschwunden. Sie hat uns ein wunderbares Jahr geschenkt, in dem wir ihr eine beschützte und liebende Kindheit schenken durften. Aber sie hat von Anfang an ihre Probleme mit den vielen Hunden gehabt und besonders die stürmischen Zuneigungsbekundungen von unserem Ilio haben ihr Angst gemacht. Es ist also durchaus möglich, dass sie sich ein anderes Zuhause gesucht hat. Anzeichen dafür gab es reichlich. So blieb sie oft recht lang fort und hatte nur wenig Hunger, wenn sie wieder da war. Sie fehlt uns sehr.

Schildkröte Theo, Krähe Käthe und die drei Rosellas leben ihr Volierenleben. Die Rosellas werden langsam alt. 19 Jahre sind sie jetzt.

Aber auch meine Hunde kommen jetzt in die Jahre. Roberta hat Krebs, Paulinchen hat ein monströses und inoperables Lipom im Bauch und Engele sieht immer schlechter. Samba geht es wieder besser, aber es könnte sein, dass es auch was Chronisches ist. Und unser Ilio, ach der ist wirklich unser Sonnenschein. Er hat große Chancen mit seiner Leishmaniose alt zu werden. Einzig Lola, die älteste von allen ist fit wie ein Turnschuh. Aber sie hat ja auch ein Projekt, und das bin ich. Sie achtet darauf, dass ich morgens aufstehe, zeigt mir, dass ich Schuhe anziehen muss, bevor wir zu den Schafen gehen, um sie aus dem Gatter zu lassen. Sie weiß, wann es Mittag geben muss und wann es am Nachmittag Zeit ist, die Schafe wieder ins Gatter zu bringen. Letzteres natürlich unter ihrer Anleitung. Ihrer Ansicht nach war Sunny ihre Katze und so hat sie sich entsprechend gekümmert. Mindestens einmal am Tag wurde Sunnys Unterfellpflege betrieben. Als Hausdame hört deine Arbeit ja nie auf. Schade, dass Lola nicht auch noch mit Staubsauger und Wischmopp umgehen kann.

Im Vogelgarten ist es gerade sehr ruhig. Auch die zweite Brut ist offensichtlich flügge geworden. Die Dohlen sind mit ihren Kindern weitergezogen und werden hoffentlich im Frühjahr zurückkommen, um die nächste Generation bei uns aufzuziehen. Sogar die Ringeltauben machen sich rar. Und die Spatzen, Meisen und Kleiber sowieso. Jetzt ist die beste Zeit für Insekten, da werden wir mit unseren Futterstellen nicht so dringend gebraucht. Die Früchte in der Vogelkirsche sind komplett heruntergefressen und bis die reifen Weintrauben die vielen Amseln zurücklocken ist noch Zeit.

Familie Schaf ist endgültig zu einer Herde zusammengewachsen. Jedes hat seinen Platz in der Herde, und sogar mein soziophober Zacharias ist dabei. Das nenne ich mal Schaf-Inklusion. Auch sie haben ein ausgeprägtes Zeitgefühl. Pünktlich um halb fünf geht es ins Gatter. Dann gibt es für jedes eine Handvoll Haferflocken. Wenn ich mich mal verspäte, sind sie schon allein hineingegangen und warten auf mich.

Vielleicht sind es also nicht nur meine Haferflocken, sondern Lolas liebevoll ordnende Pfote. So sind die Border Collies.

Ein Gedanke zu „Neues vom Zirkus Aliti“

  1. ich mag sie sehr, deine erzählungen von deinem heimischen *rundum*, danke Angelika – es tut mir wahrhaftig leid, dass Sunny sich verabschiedet hat. aber gehen wir davon aus, dass sie g u t aufgehoben ist.

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