- - - 22. Oktober 2016 - - -

Wer setzt sich da auf meine Flügel?

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Fragen der Achtsamkeit

Der Gedanke, das Leben als ein sinnvolles Prinzip von Kraft und Gegenkraft zu verstehen, führt dazu, dass wir erkennen, worin die Kunst der praktizierten Achtsamkeit besteht. Nämlich darin, dieses Prinzip nicht als Last und Kampf aufzufassen, sondern als ein elegantes Spiel und einen leidenschaftlichen Tanz. Alles ist in Bewegung, alles ist in Berührung, alles ist in ständiger Veränderung begriffen. Es geht darum, aus reichend Druck auszuhalten und ausreichend Druck auszuüben. An der Grenze zwischen beidem findet Leben statt. So funktioniert die Selbstwahrnehmung. So funktioniert auch die Wahrnehmung des „Anderen“, was und wer auch immer es sein mag. Was wir unter „ausrechend“ verstehen, entscheidet, ob wir achtsam sind oder nicht. Es erfordert auf jeden Fall eine gute Portion Wachheit und Gespür, und auch Lockerheit und Geschmeidigkeit sind durchaus hilfreich. Die ist nur dann erreichbar, wenn wir es für möglich halten, dass Mühsal, leid und Tod nicht annähernd so viel Macht über uns haben, wie wir die meiste Zeit unseres Lebens glauben.

Aus „Wer setzt sich da auf meine Flügel“, S. 113/114

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